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Auslandsaufenthalte


------ Eine Erklärung vorab: Heute mögen manche Gegebenheiten meiner "Auslandsgeschichten" trivial erscheinen, heute, wo viele Grenzen praktisch nicht mehr existieren und das grenzüberschreitende Reisen für alle nur eine Frage des Geldes ist. Doch zu jener Zeit war ein Auslandsaufenthalt immer etwas Außergewöhnliches und das aus verschiedenen Gründen. Das Materielle war nur eine Seite des Problems, wobei bei Dienstreisen sowieso immer eine positive Bilanz winkte. Das Erfahren anderer Kulturen, das Kennenlernen anderer Länder, das Reisen selbst waren die anderen Faktoren welche das Überschreiten der Grenzen eines sozialistischen Landes so erstrebenswert erscheinen ließen. Verständlich wenn man die geringe Anzahl an (gefilterten) Publikationen und das noch in Kinderschuhen steckende Fernsehen berücksichtigt. So gesehen war jede Fahrt ins Ausland ein besonderes Ereignis, welches nur den Wenigsten gegönnt war.

(Und noch zur Klärung der damaligen "Paß"-Situation in der Volksrepublik: Für Besuche in die benachbarten Länder, die Volksrepubliken, gab es einen speziellen, ab Ende der sechziger Jahre, leicht zu erhaltenden Ausweis. Damit konnten wir problemlos z.B. in die DDR reisen. Denn vorher, war die Reise in die DDR mit ähnlichen Schwierigkeiten verbunden, wie in den Westen. Den "richtigen" Paß für das restliche Ausland zu erhalten war mit hohen Hürden verbunden, außerdem wurde er sicherheitshalber auf der Polizei, der Volksmiliz, aufbewahrt und nur für die Zeit einer genehmigten Reise ins Ausland dem Pseudoeigentümer ausgehändigt. Direkt nach der Rückkehr mußte er abgegeben werden und man wurde dabei gewöhnlich einer Befragung unterzogen, vorrangig wenn die Reise in ein so verdächtiges Land wie die Bundesrepublik geführt hatte. Dagegen hatte der Dienstpaß (speziell gekennzeichnet) bestimmte Vorteile, er wurde zwar auch vom Arbeitsgeber aufbewahrt, aber es gab keine Reisegenehmigungen oder Terminbeschränkungen für den Antritt einer Reise. Zusätzlich wurde man durch das polnische Grenzpersonal im allgemeinen großzügiger - ohne Schikanen - behandelt, manchmal sogar direkt ohne Zollkontrolle.)



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