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Geboren am 16. Januar 1934 in Beuthen/Oberschlesien. Spätsommer 1944 Einschulung Horst-Wessel-Oberschule für Jungen in Beuthen (nomen est omen).


27. Januar 1945: Die Rote Armee erobert Beuthen. Es gab Plünderungen „usw.“. Rundfunkgeräte waren abzugeben. Februar 1945: Mein Vater muss sich bei den Russen melden, wie alle Männer unter 50 Jahren. Sie wurden nach Stalino (Ukraine) zur Arbeit verschleppt, hier in einem Sägewerk.


Inzwischen kamen die Polen. Wir der polnischen Sprache nicht mächtig. Für kurze Zeit polnische Schule besucht, dann ferngeblieben. Deutsche Sprache wurde nicht geduldet.

Wir lebten vom Tausch und Verkauf eigener Sachen an die Polen, vornehmlich Textilien aller Art auf dem sogenannten „Wolny targ“. Meine Mutter erkrankte an Ruhr (Czerwonka). Dies führte sie auf den Verzehr dort gekaufter Wurst zurück.


November 1945 Rückkehr meines Vaters aus Russland/Ukraine nach Beuthen.


Deportation

21. Januar 1946 nachts: Bewaffnetes Milizkommando in Zivil mit weißroten Armbinden verschafft sich Wohnungszugang, zwingt uns zum flüchtigen Ankleiden und zum Verlassen der Wohnung. Mit einem offenen Klein-Lkw werden wir und noch zwei weitere Familien „abgeholt“ und in den inzwischen berüchtigten Kalide-(Wohn)Block verbracht. Nach ca. einer Woche in Marschformation zum Bahnhof. Dort nach Verladung in zwei Güterwaggons. 2-tägige Fahrt bis Breslau. Unterkunft und Verpflegung im Heim für rückkehrende Soldaten (vom Roten Kreuz?) in der Altbüßerstraße.


Nach wochenlanger Dauer dort endlich Abfahrt Richtung Westen. Am 7. März 1946 Eintreffen in der damaligen Britischen Besatzungszone in Alversdorf bei Helmstedt. Dort wurde dieser Transport auf einzelne Regionen des jetzigen Niedersachsen verteilt. Gelandet ist unsereiner mit der Familie zunächst in einer einsamen Ecke des Osnabrücker Landes, dem jetzigen Altkreis Wittlage, Diaspora in jeder Hinsicht.


Späterer Umzug mit der Familie nach Bad Essen. 1951 Mittlere Reife an der damaligen Mittelschule in Preuß. Oldendorf i. Westf. Dreijährige Ausbildung zum Industriekaufmann, Berufsausübung. Rentner seit 1997.


Leibgericht: Zur. Aber nicht jeden Tag. „Zurek“ ist hier als Industrieprodukt in polnischen Lebensmittelgeschäften erhältlich. Zwei Lebensmittelkonzerne, die auch in Polen agieren, haben sich dieses einfachen speziellen Gerichts angenommen bzw. bemächtigt.


Meine Bemerkung: Zur, dessen Zubereitung, ist auch im "Wieheißter". ersichtlich.


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