Ergänzende Erklärungen zum Wieheißter



 Blumenasch 

Blumenasch, verniedlicht :: Blumenaschel = Blumentopf
Goethe gebrauchte mal das Wort 'Asch' ebenfalls in der Bedeutung 'Topf' für Pflanzen.
Lt.Grimmschem Wörterbuch der deutschen Sprache ist das Wort verwandt mit
dem Namen der 'Esche' (Baum), aus deren Holz man runde Gefäße und eben
auch Pflanzkübel herstellte.


 Figlanz 

Ein Mensch mit besondern Fähigkeiten, aus dem Lateinischen abgeleitet:

     Vigilanz :: Schlauheit, auch Vorsicht
     vigilant :: behende, schlau, aufmerksam - aber auch etwas bedenklich:
     Vigilant :: Spitzel


 Futschikokel 

Wenn der Alois Tytka weniger Schnaps getrunken hätte, wäre er nicht vom Karussell gefallen. Er fiel aber.
Und so schlug er sich eine schreckliche Beule am Kopf. Außerdem verlor er seinen neuen Hut. Die Sache war unangenehm. Was half es, daß der gute Hyazinth Foltek seinen zerschundenen Kumpan nach etlichen Anstrengungen endlich aufrichtete und aus der johlenden Menge expedierte, die Beule war da und der Hut war weg.
„Mach dir kein draus“, tröstete Hyazinth Foltek, „wird sich schon finden.“
„Pieronna, aber der Kopp! Wenn die Elsbietha mich sieht!“
„Ach, schmeiß drauf!“
Sie beschlossen, zum Kosubek in die Kneipe zu gehen. Zwecks Linderung des Schmerzes. Nachdem es ihnen gelungen war, mit vereinten Kräften die Stufen zur Kneipe hinaufzuklettern, setzten sie sich in eine Ecke.
„Damit man die Beule nich sieht“, meinte der Hyazinth. Dann bestellte er zwei Allasch.
Doch Alois Tytka war nicht so bald zu beruhigen. Der Verlust seines Hutes ging ihm nicht aus dem Schädel. Also mußte sein Freund wiederum trösten: „Siehste, Aloisik, wenn hättest gefolgt, da wär nich passiert. Wie du gingst auf Karussell, da hab ich dir ja gesagt: Verlier nich die Bulanxe! Aber du hast immer bloß das Fräulein gekitzelt, was auf dem Pferde is geritten. Und – ritsch, warste unten.“
„Das Weibstück hat mir gestoßen“, brummte der Tytka.
„Das is doch keine Sache nich. Was? Hm ... die Beule wie die Beule, aber der Hut, Faronna!“ –
Während sie so saßen und den ärgerlichen Wurm begossen, erscholl an der Kneipentür ein Krach. Eine Schar junger Leute kam lachend und lärmend herein. Sie riefen nach Alois Tytka. Unter ihnen Franz Kapusziok mit einem arg beschmutzten Hut in der Hand.
Alois Tytka stürzte sich wutschnaubend auf den Eingetretenen.
„Her? den Hut! ... Jäsder, ganz be- kleistert ... Da haste den Hut in Dreck geschmissen...“
„Oho!“ sagte Franz Kapusziok, wobei er sich aufreckte und mit seiner Faust dem Aloisik derart vor der Nase herumfuchtelte, daß Hyazinth Foltek in banger Besorgnis eiligst die Gläser sowie die nächststehenden Stühle aus dem Wege räumte. Den Alois Tytka aber packte die Wut: „Was? Noch reizen willste mir? Hut haste gebracht. Wo is der Futschikokel?“ –
„Was für ein Ding?“ –
„Geklaut haste ihn, du Pieron!“
Es entspann sich eine feierliche Keilerei. Wer weiß, welches Ende sie genommen hätte, wenn nicht der robuste Budiker Kosubek die Streitenden an die frische Luft befördert hätte. Draußen nahm die Keilerei zwar ihren Fortgang, aber es war ihr keine lange Dauer beschieden.
Herr Krawutschke, seines Standes Polizist, brachte den erhitzten Gemütern eine kleine Abkühlung, indem er sie samt und sonders zur Polizeiwache geleitete.
Der Amtsvorsteher saß gerade auf der Veranda beim Kaffee, als unten die wenig fromme Prozession anlangte. Er begab sich in die Kanzlei und rief den Wachtmeister zu sich.
„Na, Krawutschke, was ging denn da kaputt?“
„Melde gehorsamst, Herr Amtsvorsteher, wie ich in Erfahrung gebracht und festgestellt habe, ist ein Futschikokel gestohlen worden.“ –
„Ein Was?“ – „Ein Futschikokel, Herr Amtsvorsteher!“
„Was is denn das?“ – „Ich weiß nicht, Herr Amtsvorsteher.“ –
„Zurek, sehen Sie doch mal im Lexikon nach!“ – „Sofort, Herr Amtsvorsteher!“
Vom Schreibtisch in der Ecke der Kanzlei erhob sich eine hagere Gestalt. Der alte Amtsschreiber Zurek. Er stieg auf einen Stuhl, nahm vom Wandregal das Handlexikon herunter, setzte seine Brille auf, tupfte den Finger an die Zunge und blätterte: „F ... Fu ... Fusel ... futsch ... futschi- kato ...?... hm – Futschikokel steht nicht drin, Herr Amtsvorsteher!“
Eben trat Frau Zurek, des Schreibers tugendsame Ehegesponsin, in die Kanzlei, grüßte den Vorsteher ehrerbietigst und wartete schüchtern an der Tür. –
„Gut, daß Sie kommen, Frau Zurek! Wissen Sie, was ein Futschikokel ist?“
Die Frau machte ein unbeholfen- komisches Gesicht. Sie traute der Frage nicht. Schaute bald den Vorsteher, bald ihren Gatten verlegen lächelnd an.
„Allen Ernstes, Frau Zurek! Wissen Sie, was ein Futschikokel ist?“ –
„Ja, Herr Amtsvorsteher!“ – „Na, und?“ – Verschämt senkte die Frau ihren Blick. Bastelte an den Fransen ihres Umschlagtuches herum, öffnete die Tür und – draußen war sie.
Da mußte der Vorsteher laut auflachen. Indessen, als er bemerkte, daß auch Wachtmeister Krawutschke seinen Mund zu einem respektswidrigen Grinsen verzog, schlug er energisch auf den Tisch:
„Donnerwetter! Was ist mit diesem Futschikokel? Rufen Sie den Bestohlenen herein!“
Alois Tytka schwankte ins Zimmer.
„Herr A ... Amtsvorsteher, ich... ich bin ganz unschuldig“, stotterte er. –
„Ruhe! Reden Sie nur, wenn Sie gefragt werden! Sie heißen?“ –
„Ich heiße A ... Alois Tytka.“ –
„Ihnen ist da etwas gestohlen worden?“–
„Tjawoll, Herr Amtsvorsteher. Wie ich ... ich auf dem Karussell...“
„Was ist Ihnen gestohlen worden?“ –
„Der Futschikokel.“ –
„Was ist das?“ –
„Das is ... is so ... so ein – nu, so ein Futschikokel.“
„Himmeldonnerwetter! Das ist zum Verrücktwerden - Mann, Sie haben ja hier eine Beule. Wo haben Sie denn die geerbt?“ –
„Wie ich auf dem Karussell hab‘ gefahrn, da hab‘ ich die Bulanxe verlorn. Und da ... und da war Unfall, wo ham mir den Futschikokel gemopst. Da beim Kosubek in Lokalitäten, wo der Franz Kapusziok mir hat gebracht den Hut, noch dazu ganz bekleistert, hab‘ ich mir gleich denken müssen, das war der Kapusziok, was hat den Futschikokel geklaut.“
– „Krawutschke -, da war wohl gar eine Schlägerei?“
„Jawohl, Herr Amtsvorsteher!“
Zitternd wie Espenlaub, zerknirscht, scheuen Blickes, schurrte Hyazinth Foltek in die Kanzlei. Er sah aus wie ein Affe, der Kleister kaut.“
„Ihr Name?“ –
„Hyazinth Foltek, wohnhaft Grenzstraße Nr. 28 im Hinterhaus rechts, Wagenstößer auf Andreasflöz ...“ –
„Gut, Herr Foltek. Erzählen Sie, was sich in der Kosubekschen Kneipe ereignete! Sie waren zugegen, als die Keilerei im Gange war.“
„Nein ... im Gange war ja nich. Das war zuerst in Schankstube und dann auf Treppe draußen.“ –
„Na ja! Also es war da eine Schlägerei?“ –
„Nein, Herr Amtsvorsteher! Schlägerei, da war nich. Der Franzek hat bloß den Aloisik geflastert, und da hat der Aloisik wieder den Franzek geflastert. Aber sonst warn ja gemütlich.“
„Donnerwetter!“ –
„Nu ja, etwas hat der Franzek geblutet. Das schadt nischt. Weil er hat den Futschikokel gestohlen.“ –
„Wissen Sie, was ein Futschikokel ist?“ –
„So ein ... so ein ... wie soll ich sagen ...?“ –
„Krawutschke, bringen Sie den Beschuldigten herein!“ –
„Jawohl, Herr Amtsvorsteher!“ Der Delinquent erschien. –
„Sie heißen Franz Kapusziok. Werden beschuldigt, dem Tytka einen Futschikokel gestohlen zu haben. Was haben Sie darauf zu erwidern?“ –
„Herr Amtsvorsteher, ich weiß von nischt. Der Tytka, das is ein Tuleja. Anstatt mir zu danken, daß ich ihm seinen Hut aus der Lusche zog, da rempelt er mich in der Kneipe vor allen Leuten an. Brauchste nich gefallen zu lassen, hab ich mir gleich gedacht und latschte ihm eine runter. Ich hab‘ noch nischt gestohlen im Leben. Ausgerechnet auf seinen Futschikokel werde ich scharf haben? So ein Mottenkopp! Weiß ich überhaupt, was er meint mit seinem verdrehten Futschikokel...?“ –
„Piernika!“ rief da der Alois Tytka plötzlich, und er strahlte übers ganze Gesicht dabei.
„Herr Amtsvorsteher, hier is ja der Futschikokel. Jäsder, in Tasche hab‘ ich gehabt.“ –
Sprach‘s und zeigte erfreut einen kleinen Gemsbart, wie er oft als besonderer Schmuck an den Hüten getragen wird.
„Rrraus!“ brüllte da nur noch der Amtsvorsteher.


 Gemähre 

Ein langes Gemähre machen :: etwas breit und umständlich erzählen.

     Mär :: Kunde, Nachricht, Erzählung

Es geht wohl auf das alte Wort 'Mähre' = Kunde,Nachricht, Fabel... zurück
[zum Beispiel Nibelungenlied: Uns ist in alten maeren, wunders viel geseit...].
Dieser Stamm (Mär)steckt lt. etymologischem Wörterbuch von Duden auch im Wort 'Märchen'.


 Goge  

Ein Bewegungsspiel mit dem Ball:
In einer zusammenstehenden Gruppe von Kindern wirft eines davon einen Ball möglichst hoch in die Luft und ruft dabei den Namen eines Kindes. Alle Kinder entfernen sich möglichst weit von dem aufgerufenen Kind, welches versucht den Ball aufzufangen. Gelingt ihm das, ruft es: "Goge". Alle Kinder müssen sofort stehen bleiben. Das Kind mit dem Ball versucht nun, eines der Kinder mit dem Ball zu treffen, es also "abzuwerfen".
Das zum Ziel genommene Kind versucht dem durch Verrenkungen entgegenzuwirken, darf dabei aber die Füße nicht von der Stelle bewegen. Wird es nicht getroffen, scheidet der Werfer aus, das Kind übernimmt den Ball. Im anderen Fall scheidet es selbst aus dem Spiel aus und der Werfer hat einen neuen Wurf frei. Das letzte, im Spiel bleibende Kind ist der Gewinner.


 Gramarsch 

Frei nach Martin Luther (angeblich): "Aus einem gramen Arsch kann nie ein fröhlicher F... kommen

     Gram :: tiefe Betrübnis, Kummer


 Klotzek 

Klotzek, Verniedlichung für Klotz, im Bergbau: das Reststück eines Stempels, das der Bergmann nach Gewohnheitsrecht aus der Grube nach Hause nehmen konnte, zu Zeiten der Kohleheizungen ein wichtiger Bestandteil der Feuerentfachung im Haushalt

     Klotz :: kurzes (dickes) Holzstück, z.B. Teil eines Baumstammes
     Stempel :: Stütze, senkrechtes Teil des Holzausbaues im Kohlenbergbau


  Kuschawa  

Kuschawa, wahrscheinlich aus dem Polnischen für "kurzawa" = Sandverwehung
aber auch im Bergbau für unstabile, nicht tragende Schichten


Mohnsemmeln

Eine typische oberschlesische Weihnachtsspeise

Zutaten:    (für eine Familie und eine Woche reicht's)
1 kg Mohn    (Sollte erst kurz vor dem Gebrauch gemahlen werden)
2 - 3 Liter Milch
350 g Mandeln (geschält - z.B. nach dem Überbrühen mit kochendem Wasser, selbst geschält)
170 g Walnüsse
500 g Rosinen
100 g getrocknete Aprikosen
5 (?) altbackene Semmeln (Brötchen) - Anzahl abhängig von ihrer Größe, ...und eigener Vorliebe
paar Tropfen Bittermandelöl
1 Fläschchen Butter-Vanilleöl
1 gehäufter Eßlöffel Butter
2 gute Eßlöffel Honig
Zucker, Salz - zum Abschmecken

Der gemahlene Mohn wird in einem Teil der Milch langsam aufgekocht (Rühren!) und mit dem Rest der Milch die nötige dickflüssige Konsistenz hergestellt. Kochdauer 20 - 30 Minuten, der Mohn sollte dann schon weich sein. Dann untermischt man 300 g grobkörnig gehackter Mandeln, die ebenso behandelten Walnüsse und getrockneten Aprikosen, gibt Rosinen, Butter, Honig und das Aroma hinzu und läßt alles noch zwei bis fünf Minuten langsam kochen. Während dieser Zeit schmeckt man den jetzt zähflüssigen Brei mit einer Prise Salz und eventuell auch Zucker ab.

Die Semmeln sind schon in ungefähr 0,5 cm dicke Scheiben geschnitten und die Gefäße für das Abfüllen (tiefe Kompottschalen, kleine Schüsseln) vorbereitet. In diese kommen jetzt abwechselnd die Schichten aus Mohnbrei und Semmeln. Die erste und letzte Schicht besteht aus Mohnbrei. Die gefüllten Schalen werden noch mit dem Rest der ganzen, geschälten Mandeln (ev. auch Walnüssen) dekoriert und zum Kühlen abgestellt. Später kommen sie in den Kühlschrank in dem sie zwei, drei Tage verbleiben können. Sie schmecken nach 24 Stunden am besten. Falls es zuviel geworden ist, kann man einen Teil der Mohnsemmeln, direkt nach dem Abkühlen in einzelnen Portionen in Gefrierbeutel verpacken und im Gefrierschrank für die nächsten Wochen aufbewahren.

Noch einige Hinweise:
Beim Kauf des Mohns auf dessen Geschmack achten, alter Mohn schmeckt nicht gut und ist manchmal bitter. Auch sauber sollte er sein - Sand knirscht zwischen den Zähnen (auch noch nach dem Mahlen).
Beim Aufkochen bitte das starke Quellen des Mohnes beachten - nicht anbrennen lassen!
Der Mohnbrei muß nicht allzu dickflüssig sein: die trockenen Semmeln nehmen eine Menge der Feuchtigkeit auf und die fertige Speise sollte nicht zu trocken sein.
Bei den Zutaten kann man eigene Geschmackspräferenzen walten lassen. Die Angaben sind Richtwerte - trotzdem sollte man nichts übertreiben.
Das betrifft auch das Verhältnis Brei zu Semmeln, für mich sollte dieses Gericht eher Semmelmohn heißen.

Helene


 Pjeron 

Eigentlich ein vielseitiges Wort, so: schlechter, gerissener Mensch, Fluchwort (pjeronje) doch auch positiv, anerkennend auf eine vielseitige Person angewandt.

     Aus dem Polnischen: "piorun" = Blitz


 Rolle  

Für den professionellen, öffentlichen Einsatz gedachtes Gerät zur Glättung von (vorrangig) mit Stärke behandelter, trockner Wäsche. Die Rolle, ein schweres Gerät aus massivem Holz mit Grundabmessungen von ungefähr 1,2 x 4 Meter, hatte in der Höhe von ungefähr 0,7 Meter eine massive Holzfläche, auf welcher sich der, auf zwei Holzrollen von ungefähr 10 Zentimeter Durchmesser gelagerte, Kasten bewegte. Der Kasten hatte die Länge des ganzen Gerätes, war mit einem glatten Unterboden versehen und durch die Füllung mit Steinen sehr schwer. Er wurde über die Handkurbel, ein Zahnrad und eine doppelseitige Zahnstange angetrieben und führte so seine Hin- und Herbewegungen aus, während man die Kurbel immer in der gleichen Richtung drehte. In seinen Endstellungen, während ein Ende schon über die Rolle hinausragte, wurde das andere Ende über zwei, auf Metallschienen laufenden, kleinen Metallrädern angehoben. So konnte man die eine Holzrolle unter dem Kasten entfernen und sie durch eine andere, auf der die Wäsche (vorrangig Bett- und Tischwäsche) säuberlich aufgewickelt war, ersetzen. Die wurde jetzt unter dem schweren Kasten mehrmals abgerollt um dann später verhältnismäßig glatt entnommen werden zu können.
Aha, da war noch das "Rolltuch", eine etwas längere Leinwandbahn, auf welcher die einzelnen Wäschestücke ordentlich abgelegt und mit diesem auf die Holzrolle aufgewickelt wurden.


 Schickse 

Schikse - aus dem Jiddischen stammende weibliche Bildung von dem hebräischen Wort "schekets" = einzelnes Ungeziefer


 Seiger 

Säger = Klingelwecker, Weckeruhr (in bayerischen und österreichischen Texten begegnet einem gelegentlich das Wort "Saiger" in gleicher Bedeutung)
Auch in Polnisch "zegar" (sprich: Segar) = Uhr

Aus Adelung, Wörterbuch der hochdeutschen Sprache (1793-1801)
[in der damaligen Schreibweise belassen]
4. Der Seiger ,des -s, plur. ut nom. sing. ein nur in den gemeinen Sprecharten einiger Gegenden, z. B. Meißens, übliches Wort, eine jede Uhr zu bezeichnen, es sey nun eine Sanduhr, oder eine Schlaguhr, eine Stubenuhr oder Taschenuhr. Läuft unser Seiger aus, so gilt hier kein Verweilen, Günth. Wenn der Seiger zehn schlägt. Wenn es hier nicht von seihen, oder auch von dem oben gedachten alten Zeitworte seigen, sinken, fallen, oder auch von seigern, abstammet, und also eigentlich eine Sand- oder Wasseruhr bedeutet hat, so ist es ohne Zweifel aus Zeiger verderbt, welches hier figürlich für die ganze Uhr genommen wird. Indessen ist doch auch im Pohln. Zegar, die Uhr.

Aus Zedler, Großes Universallexikon (1732)
[in die heutige Schreibweise übersetzt]
Seiger-Glocke, Seiger-Schale oder Seiger-Schelle, heißt bei den Schlaguhren die gläserne oder metallene Glocke, worauf der dabei befindliche Hammer durch eine gewisse Zahl von Schlägen die verschiedenen ganzen oder Viertel-Stunden anzeigt.


  Schur  

Das Rezept für ein deftiges und schmackhaftes Gericht 

Zutaten (für zwei Personen):
Sauerteig (z.B. im Folienbeutel bei Backzutaten zu erstehen)
Vollkornroggenschrot, zur Not auch nur Vollkornroggenmehl
Fetter Räucherbauch, um 100 g - gewürfelt und leicht angeschmort
Gut geräucherte Wurst (Krakauer?), um 200 g - gewürfelt
Eine mittlere Zwiebel - geschnitten und goldgelb gebräunt, z.B in etwas Öl
Knoblauch - eine bis drei Zehen
Salz, Pfeffer

Mehl, Wasser und Sauerteig mischen damit ein dickflüssiger Brei entsteht, dann 10 Minuten auf kleiner Flamme kochen (rühren!), am Ende die Zutaten, auch den zerriebenen Knoblauch untermischen und kurz aufkochen.
(Bei Zubereitung der Mehl/Sauerteigmischung 24 Stunden früher, kann man mit einem halben Beutel Sauerteig auskommen, da dann der Fermentationsprozeß die restliche Säure erzeugt.)
Servieren mit (mehlig kochenden) Stampfkartoffeln. Diese mit gerösteter Zwiebel und Butter und Salz zubereiten.


 verschitt (gehen) 

verschitt, abgeleitet von verschüttet, nicht auffindbar.
Im Bergbaugebiet Oberschlesien ein Wort, welches mit der Arbeit unter Tage in Verbindung gebracht werden könnte.